Schon mal an einen Backpacking-Trip durch Israel gedacht?
Nein?

Ich bis vor einem halben Jahr auch nicht, bis ich eines Tages einen Film über das Land entdeckt habe und begeistert war. So begeistert, dass ich mich kurzerhand dafür entschied, knapp zwei Wochen lang durch das Land zu reisen. Israel, das Land der Widersprüche, das Land von dem unsere Medien ausschließlich in negativem Kontext berichten. Doch Israel bietet unglaublich viele interessante Orte, eine wahnsinnig spannende Kultur und fröhliche, offene Menschen. Drei Weltreligionen finden in diesem Land ihren Ursprung. Aber auch wenn du wie ich nicht religiös sein solltest – Israel bietet für jeden Reisenden etwas.

5 Orte, die du unbedingt besuchen musst

1. Tel Aviv
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Tel Aviv hat sich in den letzten Jahren zu einer extrem hippen, jungen Stadt entwickelt. Die Stadt besitzt eine wunderschöne Promenade, einen gemütlichen Strand, kreative Läden und Boutiquen und ein äußerst abwechslungsreiches Nachtleben. Besonders der alte Stadtteil “Jaffa” – die einst älteste Stadt am Mittelmeer – ist ein Besuch wert.

Allerdings: Verbringe nicht zu viel Zeit in Tel Aviv, denn es gibt noch interessantere Orte in Israel!

2. Haifa und die hängenden Gärten
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Von Tel Aviv bist du innerhalb kurzer Zeit mit dem Bus oder Zug in Haifa.
Nimm vom Stadtzentrum aus den Bus zum „Bahai Weltzentrum“ und den hängenden Gärten. Von dort oben genießt du einen fantastischen Ausblick auf den bilderbuchhaften Garten und über die Stadt.
Auch wenn der Rest der Stadt nicht all zu viel zu bieten hat, lohnt es sich schon deshalb, diesem speziellen Ort einen Besuch abzustatten.

3. Jerusalem
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Hach, vom ersten Augenblick an fühlte ich mich in Jerusalem so wohl wie sonst in keiner anderen Stadt. Ich bereue es, nur knappe drei Tage in Jerusalem verbracht zu haben, mach du es also besser! Drei Weltreligionen treffen in Jerusalem aufeinander und gestalten das Stadtbild unglaublich abwechslungsreich und aufregend:
Jerusalem besitzt einen christlichen, einen jüdischen und einen arabischen Stadtteil mit aufregenden Märkten, schönen Läden und atemberaubenden Sehenswürdigkeiten. Besuche unbedingt den alten Teil der Stadt inklusive der Klagemauer, dem verwinkelten arabischen Markt und dem Felsendom mit seiner wunderschönen, goldigen Kuppel.

4. Das Tote Meer
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Mit dem Bus bist du von Jerusalem innerhalb einer Stunde und nach einer aufregenden Fahrt durch die Wüste am Badeort “Ein Gedi”. Glaub mir, das Bad im toten Meer ist ein einmaliges Erlebnis, welches du so schnell nicht wieder vergessen wirst!
Dank 33% Salzgehalt (im Mittelmeer hat’s gerade mal 3.8%) treibst du an der Oberfläche, ohne dich jeglicher Anstrengung aussetzen zu müssen. Gemütlicher geht’s nicht mehr! Pass nur auf, dass dir kein Wasser in die Augen spritzt und mach dich auf Temperaturen von über 40° Celsius gefasst. Sonnencreme also nicht vergessen, sonst kannst du deiner Haut beim verbraten nur so zusehen!

5. Betlehem
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Von Jerusalem aus bist du mit dem Bus innerhalb 30 Minuten in Betlehem, vergiss aber nicht, deinen Reisepass mitzunehmen!
An der Bushaltestelle angekommen warten dann bereits einige Taxis auf dich, welche dir anbieten, dich durch die Stadt und die Gegend zu fahren. Auch wenn ich lieber selbständig unterwegs bin, empfehle ich dir, eines der Angebote anzunehmen. Für ca. 30 Euro fahren sie dich während zwei Stunden durch die Gegend und warten auf dich, wenn du aussteigen und etwas besichtigen willst.

Besonders sehenswert ist natürlich die Geburtskirche Christi sowie die Kirche bei „Kanisat al-Ruwat“. Von dort aus hast du einen faszinierenden Ausblick über die „West Bank“ und die eindrückliche Grenzmauer zwischen Israel und Palästina.

Geheimtipp: Besuche das „Aida-Refugees-Camp“, welches gleich in der Nähe von Betlehem liegt. Erschrick nicht, wenn dir beim Aussteigen aus dem Taxi eine Horde junger Kinder mit Spielzeugpistolen entgegen gerannt kommt – sie sind sehr aufgestellt und gastfreundlich. Wenn du Glück hast, wirst du von einem Anwohner in sein Haus eingeladen, wo du einen echten arabischen Tee genießen darfst und sie dir vielleicht sogar die Schlüssel ihrer ehemaliger Häuser in Jerusalem zeigen, von wo sie 1948 vertrieben wurden. Sei einfach offen für neues, nicht schüchtern und komm mit den Bewohnern des Camps ins Gespräch, dann wirst du diesen Besuch so schnell nicht wieder vergessen!
 

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Im Land rumreisen? Easy!
Israel ist klein und die Distanzen sind dementsprechend kurz. Herumreisen in Israel ist sehr unkompliziert, bequem und günstig. Auf Strecken wie von Tel Aviv nach Jerusalem kannst du dich zwischen dem Zug, Bus oder einem aufregenden Sammeltaxi entscheiden. Meine Empfehlung ist es, die grünen „Egged“ Busse zu benutzen – die Fahrt ist um einiges interessanter und günstiger als mit dem Zug. Die Busse bedienen jeden Winkel des Landes, sind klimatisiert (zum Teil so stark, dass man beim Einsteigen beinahe einen Kälteschock kriegt) und bieten sogar kostenloses W-Lan an.

Übernachten
In Israel gibt es einige richtig coole Hostels. Besonders erwähnenswert ist das “Abraham Hostel” in Jerusalem, welches wohl das beste Hostel ist, in welchem ich je übernachtet habe. Trotzdem ist es ziemlich günstig, hat eine top Lage, es herrscht eine grandiose Atmosphäre und besitzt einen tollen Aufenthaltsraum mitsamt Dachterrasse und eigener Bar. Sogar kostenlose Stadtführungen werden angeboten!
Auch in Tel Aviv hast du eine große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten. Empfehlenswert ist das „Florentines“, in welchem du anstatt einem Bett sogar eine Hängematte mieten kannst! Auch Freunde von Couchsurfing kommen ganz auf ihre Kosten, denn in Israel wimmelt es von Hosts nur so. 

Essen
Das Essen in Israel ist genauso vielfältig wie die Bevölkerung selbst. Egal ob leckere libanesische Küche, nordafrikanischem Couscous, italienischem Pasta oder mexikanischen Tacos: Du findest alles zu einem fairen Preis. Und wenn du zwischendurch mal Hunger haben solltest, dann kannst du dich an jeder Straßenecke bei einem Falafel-Stand verpflegen. Besonders toll: In Israel bieten dir die meisten dieser Stände zusätzlich einen kostenlosen Salatteller an.
Außerdem musst du unbedingt Israelisches Bier ausprobieren, das schmeckt nämlich wirklich gut!

 

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Online bleiben
In Israel ist es so einfach ein öffentliches, kostenloses W-Lan-Netz zu finden wie nirgendwo sonst. Überall findest du auf Anhieb ein schnelles Netz – egal ob im Bus, Zug oder der Imbissbude.

Achtung, Sabbat!
Plane keine Reise in Israel zwischen Freitag- und Samstagabend! Dann nämlich steht das Land aufgrund des Sabbat’s still: Die Flugzeuge der Staatsairline bleiben am Boden, Züge und Busse in ihren Depots und die meisten Geschäfte geschlossen. Nur einige Sammeltaxis nutzen die Situation aus und transportieren nichtsahnende Touristen von A nach B zu einem überrissenen Preis.

Ich hoffe, dir mit diesem Bericht Israel etwas näher gebracht zu haben und dich vielleicht sogar für deinen nächsten Backpacking-Trip dorthin zu begeistern. Solltest du eine Frage oder Anmerkungen haben, freue ich mich auf deinen Kommentar!

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