alexandratogoGastbloggerin Sandra ist mir ihrem Mann Alex, Hund Katie und Auto Hokey unterwegs. In ihrem Auto haben Sie ein bequemes Bett und für die wilden Erfahrungen ein Zelt. Über ihre Erfahrungen berichtet Sandra auf ihrem Blog. Für Reiseberatung und Erfahrungsaustausch ist sie immer zu haben. Erreichen kann man sie über ihren Blog, Instagram oder Facebook.

Du suchst das ultimative Freiheitsgefühl? Du möchtest dich nicht an einen Zeitplan binden müssen? Die Natur und das Abenteuer sind dein Ziel? Wenn du mindestens zwei der drei Fragen mit ja beantwortest hast, dann ist das Campen in der freien Natur definitiv das Richtige für dich! Du weißt nicht, was wildes Campen ist oder hast keine Ahnung, wie das geht?

Kein Problem, hier erkläre ich dir hier alles!

WILD CAMPING – WAS IST DAS?

Campen ist sicherlich jedem ein Begriff. Darunter zählt das Übernachten in einem Zelt, Wohnwagen, Auto und ähnlichem. Irgendwann witterte natürlich jemand das Geld und bot Plätze an, um legal und einfach campen zu können. Duschen, Toiletten und weiterer Komfort wird angeboten, um sich im Urlaub wohl und heimisch zu fühlen. Doch der Natur kann man auf diese Art und Weise wohl nicht ferner sein. Denn diese Campingplätze sind bearbeitet, gepflegt und kontrolliert. Das wilde Campen ist sozusagen die Urform und widersetzt sich dem Chic eines traditionellen Campingplatzes. Raus in die Natur, einsam und ohne Dusche oder WC. Dafür findet man hier die Ruhe, Tiere und hoffentlich einen atemberaubenden Sternenhimmel.

Jedes Land hat zum Thema wild campen eigenen Gesetze, die man natürlich kennen sollte. Trotz Verbote wird es in der Praxis häufig toleriert, wenn man sich an einige Regeln hält. Auch Kontakte knüpfen hilft beim wilden Campen. Ein Bauer hat oft keine Probleme damit, wenn man ihn nett fragt, ob man die Nacht auf seiner Weide verbringen darf. So lernt man neben dem Land auch noch interessante Leute kennen.

Für naturverbundene und abenteuerlustige Menschen eignet sich diese Art des Camping auf jeden Fall. Jahreszeiten spielen keine wirklich große Rolle, es kommt nur auf die richtige Ausrüstung draufan. Ein Land auf eigenen Wegen und mittels wildem Camping zu erkunden kann zudem kostengünstiger sein, als offizielle Campingplätze zu nutzen.

So ist man Gast bei Mutter Natur und kann ihren Reichtum erleben, mit allen Sinnen.

REGELN FÜR DAS CAMPEN IN DER FREIEN NATUR

Eigentlich ist es ganz simpel. Du bist der Gast und so mussst du dich draußen benehmen. Hier einige einfache Regeln, welche du stets beachten solltest:

  1. Keinen Müll liegen lassen
  2. Das Haus (in diesem Fall die Natur) nicht beschädigen
  3. Nicht zu lange an einem Platz verweilen
  4. Nicht als zu grosse Gruppe reisen
  5. Kein Feuer machen, wenn es nicht 100% sicher ist
  6. Den Gastgeber nicht stören
  7. Freundlich sein

“Take nothing but photographs, leave nothing but footprints“ – Nimm die Bilder mit, lasse nichts außer Fußabdrücke zurück.

Am besten verhält man sich so, dass am nächsten Tag nicht zu erkennen ist, dass man da war. Das bedeutet man darf überhaupt nichts liegen lassen, auch kein Taschentuch. Natürlich darf die Natur nicht kaputt gemacht werden. Wenn kein Platz vorhanden ist, dann macht man sich auch keinen. Für das Feuer wird kein Baum gefällt. Überhaupt sollte ein Feuer wirklich nur dann gemacht werden, wenn es super sicher ist. Es darf also keine Waldbrandgefahr herrschen, kein trockenes Feld in der Nähe sein und auch der Abstand von 100 Metern zum Wald muss beachtet werden (also kein Feuer im Wald). Das Feuer ruft auch eher Gesetzeshüter oder engagierte Bürger auf den Plan.

Euer Schlafplatz sollte zudem außer Sichtweite von Häusern sein und die Lautstärke darf die Natur und die Nachbarn nicht stören. Tut mir leid, Party ist leider nicht. Aber dafür kommt man ja auch nicht in die Natur, oder? 😉

Wenn man doch jemanden trifft, dann kommt man mit Freundlichkeit stets am weitesten. Wenn wir angesprochen wurden, dann wollten sich die Leute sich nur versichern, dass wir keine Wilderer oder ähnliches sind. Wir haben also erzählt, dass wir auf Reisen sind und heute Nacht hier schlafen wollen. Morgen früh ziehen wir weiter. Damit hatte bisher keiner ein Problem.

SO FINDEST DU EINEN PLATZ UM WILD ZU CAMPEN

Wie ihr sicherlich bereits gemerkt habt, ist es nicht immer ganz einfach, den 100% richtigen Ort für das Nachtlager zu finden. Wenn man nicht wirklich in der absoluten Wildnis unterwegs ist, kann es tatsächlich ziemlich schwierig sein. Mit dem Zelt ist es sicher noch ein bisschen einfacher, als mit dem Auto oder dem Wohnmobil. Um einen guten Platz für die Nacht zu finden, empfehlen wir rechtzeitig mit der Suche zu beginnen. Es sollte draussen am besten noch hell sein. Denn im Dunkeln kann man die Umgebung nicht gut einschätzen und stellt am nächsten Morgen beispielsweise fest, dass man sein Zelt auf der Bullenweide vom örtlichen Bauern aufgestellt hat. Das kann lustig sein, muss es aber nicht.

Dein Zelt solltest du erst in der Dämmerung oder Dunkelheit aufschlagen und früh wieder abbauen. Für den Rest kannst du dir mehr Zeit lassen. Wenn es noch hell ist, schau dir die Umgebung an. Wie weit ist der nächste Ort weg, befindet sich um die Ecke ein Haus oder eine große Straße? Große Straßen, versteckt hinter Bäumen, lassen dich die ganze Nacht nicht schlafen.

WO IST WILDES CAMPEN ERLAUBT?

Ausdrücklich erlaubt ist das wilde Campen in Schottland, Norwegen, Schweden und Finnland. Denn dort herrscht das sogenannte Jedermannsrecht.

Das Jedermannsrecht ist ein in den nordischen Ländern (ausgenommen Dänemark), Schottland und in der Schweiz gültiges Gewohnheitsrecht, welches allen Menschen bestimmte grundlegende Rechte bei der Nutzung der Wildnis und gewissen privaten Landeigentums zugesteht. Da das Jedermannsrecht unter bestimmten Voraussetzungen auch Aktivitäten wie Zelten und Feuermachen erlaubt, geht es deutlich über ein reines Betretungsrecht, wie es zum Beispiel in Deutschland besteht, hinaus.

Wenn dein Ziel also auf jeden Fall einfach das entspannte Campen in der Natur ist, solltest du einfach mit einem dieser Länder starten. In Bergregionen ist das wilde Campen auch durchaus normal und wird toleriert. Von Feuer würde ich dir dort aber abraten, das sehen die Einheimischen häufig nicht sehr gern. Für andere Länder gelten die oben aufgeführten Regeln und dann klappt es auch dort mit dem Campen in der freien Natur. Man ist jedoch nicht gefeit vor Befragungen oder Vertreibungen. In Italien hat uns beispielsweise mitten in der Nacht die Polizei geweckt. Alles kein Drama, stört aber deine Nachtruhe.

In Schottland ist noch zu beachten, dass es dort einige Ausnahmen für das wilde Campen gibt. Es gibt einige Regionen, die sehr touristisch erschlossen sind und in der Hauptsaison darfst du dort nur bedingt wild Campen; So zum Beispiel am Loch Lomond.

Für solche speziellen Fälle gibt es aber das Internet und dort sind die Do’s and Dont’s sehr gut erklärt. Oder ihr fragt einfach in der Touristeninformation nach. Bitte informiert  euch auf jeden Fall selbst. Denn Unwissenheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht!

UND DAS WICHTIGSTE: WO VERRICHTEST DU DEIN GROSSES GESCHÄFT?

Die meisten werden jetzt schmunzeln und abwinken. Aber nun mal ganz im Ernst! Wenn du draußen unterwegs bist, wirst du dir die Frage normalerweise irgendwann mal stellen. Und die Antwort ist sehr wichtig, denn wir wollen das Geschäft doch in Ruhe machen und nicht hektisch oder in Angst.

Gleich vornweg: Dein Geschäft in der Natur zu verrichten, ist das Gesündeste, was du tun kannst. Deine Position ist dann nämlich optimal für deinen Darm.

Ansonsten brauchst du nur eine kleine Schaufel und Taschentücher. Von Toilettenpapier rate ich ab, da diese chemische Inhaltsstoffe in den Boden bringen. Taschentücher sind dafür biologisch abbaubar. Schlau ist es, das Loch vorher zu graben und es nach deinem Geschäft einfach wieder zu verschließen. Wenn du es mal eilig hattest, dann schippe einfach Erde darauf, bis nichts mehr zu sehen ist. Als erfahrener Camper macht es dir aber irgendwann nichts mehr aus, das Loch auch nachher zu buddeln.

Noch ein Tipp: such dir einen Baum aus, hinter den du dich begeben kannst. Wenn deine Muckis nicht ausreichen, kannst du dich nämlich zur Not anlehnen 😉

toilette wild campen

Na, habe ich dich für das wilde Campen begeistert? Berichte doch in den Kommentaren von deinen Erfahrungen oder Bedenken!

Wild Campen – Wie geht das und was gilt es zu beachten?
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