Seit dem 24. November 1973 liegt am verlassenen „Sólheimasandur’s black sand beach“, einem abgelegenen Strand im Süden Islands, ein Flugzeugwrack. Es handelt sich dabei um eine Douglas Super DC-3 der USA, welche infolge noch immer ungeklärter Ursachen abgestürzt ist – glücklicherweise überlebte die komplette Crew den Crash. Bestimmt hast du bereits Bilder dieses eindrucksvollen Wracks gesehen, welches seit über 40 Jahren unberührt und verlassen an der wilden Küste Islands liegt. Mittlerweile hat sich dieser ikonische Ort zu einem der meistfotografierten Islands entwickelt und ist dank seinem unveränderten Zustand ein absolutes Muss auf deiner Island-Reise und die Traumlocation jedes Fotografen!

DAS WRACK – SEIT 40 JAHREN (FAST) UNBERÜHRT

Als die Maschine 1973 abstürzte wusste wohl niemand, wie viele Menschen diesen mysteriösen Ort einst besuchen werden. Die Zeit hat dem Wrack zugesetzt: Die Flügel und der hintere Rumpf fehlen, in der Schale klaffen grosse Löcher und Teile des Wracks sind bedeckt vom schwarzen Sand. Kurz: Die Szene ähnelt einem apokalyptischen Zombie-Film! Hier findest du ein Foto des selben Flugzeugs, als es noch intakt war.
Gerüchte behaupten, ein lokaler Bauer habe Teile des Flugzeigs nach dem Absturz gestohlen, um sie teuer weiterzuverkaufen – dies würde auf jedenfall erklären, weshalb Teile der Flügel sowie die Treibwerke fehlen.

SO FINDEST DU DAS ABGELEGENE WRACK

Das Wrack liegt auf dem Gelände eines privaten Besitzers – dieser versucht verständlicherweise, so wenig Touristen wie möglich auf sein Land zu locken. Aus diesem Grund gibt es keinerlei Strassenschilder, welche dich zum Wrack führen. Trotzdem hat der Besitzer eine mit Holzpflöcken gekennzeichnete „Gravel-Road“ eingerichtet, damit Touristen von der Hauptstrasse zum Flugzeug gelangen – ohne Offroad fahren zu müssen (was in Island übrigens strikt verboten ist!). Trotzdem: Es es etwas tricky, diesen versteckten, kaum ersichtlichen Weg zum Wrack zu finden. Deshalb hier eine kurze Wegbeschreibung.

Solltest du vom Skogafoss-Wasserfall (d.h. von Westen) kommen, dauert die Fahrt auf der Ringroad nur kurze 10 Minuten. Danach siehst du auf der rechten Seite ein Tor, sowie mehrere Tafeln welche von schlechten Autos warnen. Dieser Eingang kann je nach Jahreszeit etwas unterschiedlich aussehen. Hier beginnt die markierte „Gravel-Road“ zum Wrack.

Um zu vermeiden, dass du hier mit dem Auto stecken bleibst oder es gar einen Schaden erleidet, solltest du den Weg nur mit einem 4×4 Auto befahren. Ansonsten stelle dein Auto am Eingang ab und laufe den weg zum Wrack (ca. eine halbe Stunde).
Einmal auf dem Weg, dauert die holprige Fahrt über Steine und Hügel nur noch ca. 10 Minuten. Bitte verlasse die markierte Strasse nicht – der Grundbesitzer und die Umwelt wird es dir danken! Du musst nicht verwundert sein, wenn du das Wrack erst ganz zum schluss der Fahrt siehst. Das Flugzeug liegt nämlich hinter einem kleinen Hügel und ist somit erst aus ca. 100 Metern ausmachbar. Solange du den Pflöcken folgst, ist es unmöglich, das Flugzeug zu verpassen! Parkieren kannst du dann direkt vor dem Flugzeug – bestimmt werden da auch einige andere Autos von Touristen stehen, die das Wrack bestaunen wollen!
Im Winter kann viel Schnee liegen, was die Fahrt noch schwieriger machen kann. Überlege dir deshalb gut, ob du und dein Auto für die Fahrt gewappnet seid, oder du den Weg doch lieber laufen möchtest! Der Ort ist wirklich abgelegen, weshalb dir so schnell niemand zu Hilfe kommen kann.

GPS-Koordinaten Gravel-Road:
63.4912391,-19.3632810
GPS-Koordinaten Flugzeug:
63.459523,-19.364618

flugzeugwrack

TIPPS FÜR DEINEN BESUCH

Fotografen aufgepasst

Hier erfüllen sich all eure Träume! Der Ort eignet sich auch ganz besonders um herausragende Fotos des Wracks mit Nordlichtern zu schiessen! Dafür solltest du in einer klaren Nacht beim Wrack ausharren und warten, bis die Nordlichter den himmel versüssen. Achtung: Nur geeignet für Hartgesottene, denen Wind, Wetter und richtig kalte Temperaturen nichts ausmachen!

Besuche das Wrack am Abend

Bei Sonnenuntergang präsentiert es sich von seiner eindrücklichsten Seite. Ausserdem ist dann das mittlerweile beliebte Touristenziel weniger oft besucht und du kannst ungestört tolle Aufnahmen davon schiessen.

Trag Sorge

Die Zeit setzt dem Wrack schon genug zu – trag deshalb Sotge zu diesem einzigartigen Ort! Nimm keine Flugzeigteile mit, klettere nicht auf dem Dach herum, schreibe nichts auf den Rumpf und pass auf dich auf, denn das Wrack ist nicht mehr ganz so stabil wie es einmal war. Es soll so eindrücklich bleiben wie es zur Zeit ist.

Warst du schon einmal in Island und hast diesen magischen Ort besucht? Dann teile doch deine Erfahrungen mit der Reisegeek-Community und schreibe einen Kommentar!

Atemberaubend: Das Flugzeugwrack in Island
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7 KOMMENTARE

  1. Eine perfekte Wegbeschreibung! Die hätten wir letztes Jahr gut gebrauchen können, denn wir haben uns zunächst erstmal verfahren. Und dann bist du doch da und siehst du das alte Flugzeug und bekommst Herzklopfen und fühlst dich wie in einer anderen Welt. Und es entstehen wirklich ganz tolle Fotos!
    Unbedingt nachmachen!
    Liebe Grüße,
    Raphaela

  2. Wow, das klingt nach einem echten Paradies für Fotografen. Ich glaube, wenn ich meinem Mann davon erzähle, werde ich ihn von dem Wrack gar nicht mehr lobekommen wenn wir kommendes Jahr nach Island fahren. 😀

    Liebe Grüße aus Brixen Südtirol

  3. Also das werde ich nächstes Jahr sicher machen, dachte auch schon an die Polarlichtzeit, wenn dann halt auch in der Nacht ein klarer Himmel ist, mal sehen. Auf jeden Fall danke für die gute Beschreibung, müsste wirklich zu finden sein.
    Liebe Grüße aus Innsbruck

    • Vielen Dank für deinen Kommentar, Erika! :) 
      Wenn du gerne fotografierst, ist ein Besuch des Wracks besonders bei der Erscheinung von Nordlichtern natürlich der Oberhammer! :)
      Wünsche dir schon jetzt viel Spass in Island!

      Lieber Gruss
      Arjuna 

  4. Schöner Bericht. Wir waren dort auch im August 2017 und wie Jörg schreibt kann man die DC-3 nur noch in einem ca. 45 minütigen Fußmarsch erreichen. An der Ringstraße wurde ein Parkplatz eingerichtet und ein Zaun gezogen. Angeblich sind einfach zu viele Touris planlos am Strand herumgeirrt und mussten eingesammelt werden. Der Weg ist nun aber gut markiert.

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