Es gibt wohl kaum ein Land auf dieser Welt, das von all dem Trubel um sich herum kaum etwas mitbekommen zu haben scheint, wie die Mongolei. Auf den endlos scheinenden grünen Grasflächen blitzen weisse Gers hervor, die auch heute noch das zu Hause der meisten Mongolen sind. Einzig in Ulan Bator, der Hauptstadt dieses riesigen Landes, scheint die Zeit nicht stehen geblieben zu sein. Im „Land des blauen Himmels“ ist die Welt noch in Ordnung und es gibt so viel zu sehen, wobei Tourismus hier noch in den Kinderschuhen steckt. Auch mich hat es in dieses einzigartige Land verschlagen, weshalb ich meine Erfahrungen gerne mit euch teile.

MONGOLEI – WISSENSWERTES ZUM LAND DER NOMADEN

In der Mongolei leben auf einer Fläche von 1,6 Mio. km² – einer Fläche mehr als viermal so groß wie Deutschland  – statistisch nur 1,7 Menschen pro Quadratkilometer. Alleine die Hälfte aller Mongolen lebt in der Landeshauptstadt, was den Rest des Landes fast menschenleer erscheinen lässt. Nicht umsonst trägt die Mongolei den Spitznamen „Land des blauen Himmels“, da es rund 250 Sonnentage im Jahr gibt. Generell dominieren im Jahresverlauf große Temperaturunterschiede, wobei im Winter in einigen Regionen Tiefstwerte von -40°C gemessen werden können. Die beste Reisezeit beginnt ab Mai und erreicht während des Naadam Festivals im Juli seinen Höhepunkt, wobei die Temperaturen bis in den Oktober hinein noch sehr angenehm sind und weniger Touristen unterwegs sind. Die Landeswährung ist der Tögrök, von der du immer sehr viele Scheine in der Tasche haben wirst, da ein Euro umgerechnet etwa 1.400 Tögrök entspricht. Eine last minute Reise ist oft zu empfehlen, aber in diesem Fall würde ich abraten, da es einfach zu viel zu sehen und zu erfahren gibt.

telej

Im Supermarkt wirst du schnell feststellen, dass sich hier überwiegend europäische Produkte finden, deren Ablaufdatum allerdings meistens schon überschritten ist. Im eigenen Land wird neben ein paar Gemüsesorten wie Kohl und Kartoffeln nur Viehzucht betrieben, weshalb die meisten Gerichte auch sehr einfach, wenn auch schmackhaft zubereitet werden. Als Vegetarier wird diese Reise allerdings eine Herausforderung darstellen, da die Viehzucht eine der Haupteinkommensquellen der Menschen hier ist. Kalte Winter in den letzten Jahren haben den Viehbestand drastisch reduziert, was viele Menschen, die ein Nomadenleben gewohnt sind, in die Hauptstadt gezwungen hat. Die Menschen, die wir auf unserer Reise kennen lernen, sprechen kaum Englisch und sind entsprechend zurückhaltend. Stellt man allerdings Kontakt her, sind sie neugierig und sehr gastfreundlich. Schließlich sind sie es aus ihrem Nomadenleben her gewohnt, auf neue Leute zu treffen.

gobi

ULAN BATOR – DER ROTE HELD

Ausgangspunkt für deine Reise in der Mongolei ist unweigerlich Ulan Bator, egal ob du mit dem Flugzeug oder mit der transmongolischen Eisenbahn ankommst. Ulan Bator gibt bis auf ein wenig Hintergrundwissen zum Landeshelden Dschingis Khan nicht wirklich viel her. Der Verkehr ist unorganisiert und das Stadtbild ist wenig einladend. Die zur schmutzigsten Stadt der Welt erklärte Minimetropole ist zudem bei Dunkelheit kein sicherer Ort. Sei also nicht zu spät zu Hause. In der Hauptstadt selbst empfiehlt sich ein Besuch des National History Museums, ein Besuch einer traditionellen Tanzvorführung, des Gandantegchenling Klosters und ein Besuch in einem vegetarischen Lokal (ja die gibt es hier tatsächlich) bevor du dich schnellstmöglich aus der Stadt zurückziehen solltest.

AB IN DIE WÜSTE GOBI

Unterkünfte bieten meist unterschiedliche Touren an, die dich bis zu 14 Tage in der Mongolei unterwegs sein lassen. Das Land auf eigene Faust zu erkunden braucht ob der kaum vorhandenen Strukturen, viel Zeit und Geduld und ist nur etwas für Abenteuerlustige. Bist du als Backpacker unterwegs, kann ich dir das UB Guesthouse als Anlaufstelle für Touren empfehlen. Erwarte was die Zimmer betrifft nicht zu viel, jedoch macht die Besitzerin Bobby mit ihrem Elan und ihrem Organisationstalent alles wieder wett. Ein absolutes Muss ist ein Trip in die Wüste Gobi, wohl eines der Highlights unserer Reise. Du fährst mit einem russischen Kleinbus – Furgon genannt – mehrere Tage durch atemberaubende Landschaften bis du in der Wüste ankommst. Neben dem Fahrer begleitet dich ein Guide/Koch, der auch mit Einheimischen Kontakt für dich herstellt. Die Landschaft ist facettenreich und einzigartig und auch die Übernachtung im Ger bei einer Gastfamilie ist ein unvergessliches Erlebnis.

gobi kamel

TELEJ NATIONALPARK

Wer nur wenig Zeit hat, aber doch von der Schönheit des Landes außerhalb der Hauptstadt etwas sehen möchte, dem empfehle ich einen Ausflug in den Telej Nationalpark mit einer Übernachtung im Ger und die Möglichkeit für zahlreiche Wanderungen. Eine großartige Gelegenheit ein wenig am Leben der Mongolen Teil zu haben.

DURCH DIE MONGOLEI MIT DEM MOTORRAD

Ein besonderes Erlebnis ist es, die Mongolei selbstständig auf einem Motorrad zu erkunden. Wir treffen einen mutigen Selbstfahrer, der von seinen Erlebnissen schwärmt. Neben Ausdauer und Sinn für Abenteuer solltest du im Idealfall über Mechanikerkenntnisse verfügen. Wie bereits erwähnt, ist die Mongolei dünn besiedelt, weshalb eine Werkstätte nicht immer einfach zu finden ist.
Mach dich auch unbedingt auf schlechte Straßenverhältnisse gefasst. Die Straßenverhältnisse in Teilen Südostasiens würde ich im Vergleich hierzu als großartig bezeichnen. Außerhalb der Hauptstadt enden die geteerten Straßen sehr schnell und du bist auf holprigen Feldwegen und asphaltierten, staubigen Straßen unterwegs. Ganz davon abgesehen, dass du ständig auf und ab hüpfst. Doch das macht doch den Charme aus.

pferde in der steppe

Eines war mein Aufenthalt in der Mongolei definitiv: Zu kurz! Wenn ich zurückkomme – und da bin ich mir mehr als sicher – dann habe ich folgende Punkte auf meiner To-Do-Liste:

  • Während des Naadam Festivals im Juli eine der drei mongolischen Sportarten in den Disziplinen Bogenschießen, Pferderennen und Wrestling zu sehen.
  • Den Westen der Mongloei mit dem wunderschönen Altai Tavan Bogd National Park, das Zuhause des höchsten Berges und größten Sees den Uvs Nuur Lake, zu erkunden.
  • Das Gun-Galuut Nature Reserve etwa 130 km von Ulan Bator entfernt, mit seinem einzigartigen Ökosystem zu besuchen.

Die Mongolei ist aus meiner Sicht eine noch kaum von Touristenmassen heimgesuchte Traumdestination, die besonders für Naturliebhaber und Fotobegeisterte das ideale Reiseland ist. Also auf in die Mongolei – ihr werdet begeistert sein. Versprochen!

Traumdestination Mongolei – Tipps und Wissenswertes für deine Reise
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4 KOMMENTARE

  1. Die Mongolei steht schon ziemlich bald an bei uns – noch diesen September. Dein Beitrag hat gerade seinen Teil dafür geleistet, dass wir es wirklich nicht mehr erwarten können!

  2. Interessant. Die Mongolei wurde mir auch schon von einigen als Geheimtipp genannt =).

    Für wie viel €/Tag kommt man denn in der Mongolei über die Runden ?

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